Das Basler Modell

Das Basler Modell

(Entwicklung des Rheins in den 70er bis 90er Jahre)
Die Beschreibung der Beschaffenheit von Gewässern und ihrer langjährigen Entwicklung erfolgt anhand physikalisch-chemischer wie auch biologischer Kenngrössen. Das Basler Modell beschreibt diese mit Hilfe von fünf für die Wasserversorgung wichtigen Kenngrössen, welche nachfolgend kurz beschrieben sind. Die Gewässergütekarte des Rheins veranschaulicht die erfreuliche Entwicklung zwischen 1970 und 1992 auf einen Blick.


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  1. Gelöster organischer Kohlenstoff DOC
    Der DOC zeigt die Gesamtbelastung mit organischen Stoffen. Man spricht somit von einem Summenparameter. Es wird zwischen einem natürlichen und einem durch den Menschen verursachten (anthropogenen) Anteil unterschieden. Der anthropogene Anteil DOC wird weitgehend durch die Zellstoff- und Papierindustrie, sowie durch kommunale und industrielle Kläranlagen verursacht. Der natürliche Anteil DOC entsteht bei verschiedensten Zersetzungsprozessen wie zum Beispiel dem verrotten von Holz. Der DOC als Summenparameter kann nicht als Indikator für potentielle Gesundheitsrisiken herangezogen werden, da er über die Art der Kohlenstoffverbindungen nichts aussagt.
  2. Adsorbierbares, organisch gebundenes Halogen AOX
    Das AOX zeigt die Gesamtbelastung aller auf Oberflächen von festen Stoffen anlagerbaren (adsorbierbaren), organisch gebundenen Halogenverbindungen wie chlorierte, bromierte und iodierte Substanzen. Als Hauptquelle sind neben der chemischen Industrie auch die Papier- und Zellstoffindustrie zu nennen. AOX ist eine Stoffgruppe, die mikrobiologisch schwer abbaubar ist.
  3. Neutralsalzbelastung ∑NS
    Die drei Neutralsalzionen Chlorid, Sulfat und Nitrat werden als Gesamtsalzbelastung angegeben. Die wohl bekannteste Chloridverbindung ist das Kochsalz NaCl, oder Natriumchlorid. Sulfat - und Nitratanteile werden in einen vergleichbaren Chloridanteil umgerechnet. Der überwiegende Teil der Salzbelastung im Rhein wurde in der Vergangenheit durch die Produktionsabwässer der elsässischen Kaligruben verursacht und hat sich erst ab 2002 nach Einstellung der Produktion verbessert. Die Wirkung der Salzbelastung sind erhöhte Korrosion in Leitungsnetzen, sowie verlangsamtes Pflanzenwachstum.
  4. Sauerstoffsättigungsdefizit ΔO2
    Wasser kann in einer Abhängigkeit von Temperatur und Druck eine bestimmte Menge Sauerstoff aufnehmen. Enthält Wasser Fremdstoffe, so können diese mit dem Sauerstoff reagieren und den Gehalt mehr oder weniger stark mindern. Der Sauerstoffgehalt des Wassers hat – sofern er ein Mindestmass erreicht – in der Regel keine direkte Auswirkung auf die Trinkwasseraufbereitung. Ein Defizit kann jedoch auf sauerstoffzehrende Fremdstoffe hinweisen.
  5. Ammonium NH4+
    Ammonium ist ein anorganisches Nährsalz für Pflanzen. Es wird von diesen in Ionenform (gelöst in Wasser) über die Wurzeln oder Blätter aufgenommen. Der Eintrag ins Wasser dieser in Kunstdünger, Gülle und häuslichem Abwasser enthaltenen Substanz erfolgt hauptsächlich über die Landwirtschaft. Ammonium kann zu einer Überdüngung von Gewässern und damit zu erhöhtem Algenwachstum führen.

Hardwasser AG